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	<title>AI Brain Fry Archive - Blog - Jakob Hauer</title>
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	<lastBuildDate>Tue, 16 Jun 2026 09:56:02 +0000</lastBuildDate>
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	<title>AI Brain Fry Archive - Blog - Jakob Hauer</title>
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		<title>AI Brain Fry: Warum uns KI erschöpft?</title>
		<link>https://www.jakobhauer.at/blog/ai-brain-fry-warum-uns-ki-erschoepft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jakob Hauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 09:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[AI Brain Fry]]></category>
		<category><![CDATA[artificial intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[mentale gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich saß vor meinem Rechner, hatte ChatGPT offen, daneben Claude, irgendwo lief noch ein Recherche-Agent, und im Hintergrund arbeitete ein Tool an einer Datenauswertung. Rein objektiv war ich produktiver als je zuvor. Vier digitale Assistenten ackerten gleichzeitig für mich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jakobhauer.at/blog/ai-brain-fry-warum-uns-ki-erschoepft/">AI Brain Fry: Warum uns KI erschöpft?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jakobhauer.at/blog">Blog - Jakob Hauer</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vor ein paar Monaten hatte ich einen dieser klassischen KI-Momente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saß vor meinem Rechner, hatte <a href="https://www.jakobhauer.at/blog/tag/chatgpt/">ChatGPT </a>offen, daneben Claude, irgendwo lief noch ein Recherche-Agent, und im Hintergrund arbeitete ein Tool an einer Datenauswertung und OpenClaw macht auch irgendwas. Rein objektiv war ich produktiver als je zuvor. Vier digitale Assistenten ackerten gleichzeitig für mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem hatte ich das Gefühl, mein Gehirn sei ein Browser mit 73 offenen Tabs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Willkommen bei einem Phänomen, das Forschende inzwischen einen Namen gegeben haben: <strong>„AI Brain Fry“</strong>. Also frei übersetzt: KI-Hirnfrittierung. Klingt wie ein schlechter Science-Fiction-Film aus den 90ern. Ist aber offenbar ein ziemlich reales Problem.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>1. Die große KI-Verheißung – und der kleine Haken</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der KI wird meistens so erzählt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>KI übernimmt langweilige Aufgaben.</li>



<li>Menschen gewinnen Zeit.</li>



<li>Arbeit wird entspannter.</li>



<li>Alle gehen pünktlich nach Hause.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So zumindest die PowerPoint-Version.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität ist komplizierter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine neue Untersuchung von Forschenden rund um die Boston Consulting Group und die University of California Riverside hat 1.488 Beschäftigte untersucht, die mit KI-Systemen arbeiten. Das Ergebnis: KI kann Arbeit erleichtern – aber sie kann Arbeit auch deutlich anstrengender machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zwar nicht unbedingt körperlich oder emotional.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern kognitiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ein wichtiger Unterschied.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>2. Das eigentliche Problem: Nicht die KI arbeitet – wir managen die KI</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der spannendste Befund der Studie ist fast schon banal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mentale Belastung steigt vor allem dann, wenn Menschen viele KI-Systeme überwachen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man könnte sagen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher haben wir Arbeit erledigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute beaufsichtigen wir Mitarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur dass diese Mitarbeiter keine Menschen sind, sondern Sprachmodelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt erstmal luxuriös.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis man merkt, dass digitale Mitarbeitende keine Verantwortung übernehmen können. Sie produzieren Entwürfe, Ideen, Analysen, Code oder Präsentationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber irgendjemand muss kontrollieren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Stimmt das?</li>



<li>Ist das sinnvoll?</li>



<li>Haben wir Halluzinationen?</li>



<li>Ist das Ergebnis vollständig?</li>



<li>Warum macht der Agent plötzlich etwas völlig anderes?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau hier entsteht die mentale Last.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschenden fanden heraus, dass intensive KI-Überwachung mit mehr Informationsüberlastung, höherem kognitivem Aufwand und stärkerer mentaler Ermüdung zusammenhängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders gesagt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die KI nimmt uns Arbeit ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber manchmal ersetzt sie diese Arbeit durch Management.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>3. Wenn Produktivität ins Gegenteil kippt</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Befund hat mich besonders überrascht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie zeigt einen ähnlichen Effekt wie viele ältere Untersuchungen zum Multitasking:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ein KI-Tool steigert die Produktivität.</li>



<li>Zwei KI-Tools oft ebenfalls.</li>



<li>Drei KI-Tools bringen noch etwas zusätzlichen Nutzen.</li>



<li>Danach geht es bergab.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist fast schon tragikomisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir bauen Systeme, die theoretisch unendlich skalieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Gehirn hingegen nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erinnert mich ein wenig an den berühmten Zauberlehrling.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man erschafft immer neue Helfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann verbringt man den gesamten Tag damit, die Helfer zu koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht mehr damit, das eigentliche Problem zu lösen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>4. Was „Brain Fry“ eigentlich bedeutet</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betroffenen beschreiben das Phänomen erstaunlich ähnlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sprechen von:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>mentalem Nebel</li>



<li>einem „Buzzing“-Gefühl im Kopf</li>



<li>Konzentrationsproblemen</li>



<li>langsameren Entscheidungen</li>



<li>Kopfschmerzen</li>



<li>dem Bedürfnis, einfach mal vom Bildschirm wegzugehen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teilnehmer formulierte es besonders treffend:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er habe das Gefühl gehabt, „ein Dutzend Browser-Tabs gleichzeitig im Kopf offen zu haben“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer jemals einen Nachmittag zwischen fünf Chatfenstern, drei Agenten und einer Excel-Datei verbracht hat, kennt dieses Gefühl wahrscheinlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schaue gerade auch in den Spiegel.</p>



<h4 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>5. Burnout? Nicht ganz</strong>.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein interessanter Punkt der Studie:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„AI Brain Fry“ ist nicht dasselbe wie <a href="https://www.jakobhauer.at/blog/tag/mental-health/">Burnout</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burnout beschreibt eher emotionale Erschöpfung und chronischen Stress.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brain Fry dagegen ist eine akute Überlastung der Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>einem Marathon</li>



<li>und einem Sprint mit zu wenig Sauerstoff</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Beides macht müde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auf unterschiedliche Weise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich zeigte die Studie sogar etwas Überraschendes:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn KI monotone, repetitive Aufgaben ersetzt, sinkt das Burnout-Risiko deutlich. Die entsprechenden Beschäftigten berichteten von niedrigeren Burnout-Werten und höherer Arbeitszufriedenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die KI ist also nicht das Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Art, wie wir sie einsetzen, ist das Problem.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>6. Die vielleicht wichtigste Lektion</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der vielleicht wichtigste Satz der gesamten Untersuchung steckt nicht in einer Statistik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern zwischen den Zeilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschenden argumentieren, dass Unternehmen momentan Gefahr laufen, menschliche Aufmerksamkeit als unendliche Ressource zu behandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist Aufmerksamkeit vermutlich die knappste Ressource überhaupt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir diskutieren ständig über Rechenleistung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über GPUs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Kontextfenster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Tokens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das eigentliche Bottleneck sitzt vor dem Bildschirm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das menschliche Gehirn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das lässt sich nicht einfach horizontal skalieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-large-font-size"><strong>7. Die Ironie der KI-Revolution</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das die große Ironie der aktuellen KI-Welle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben Maschinen gebaut, die immer mehr denken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich merken wir, wie begrenzt unsere eigene Aufmerksamkeit eigentlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet nicht, dass KI schlecht ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz im Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie zeigt sehr deutlich: Wenn KI repetitive Aufgaben übernimmt, profitieren Menschen. Wenn KI jedoch zusätzliche Überwachung, Koordination und permanente Kontrolle erzeugt, entsteht das Gegenteil dessen, was eigentlich versprochen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage lautet also nicht:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Wie viele KI-Agenten können wir gleichzeitig einsetzen?“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Wie viele KI-Agenten kann ein Mensch sinnvoll steuern?“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt weniger futuristisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist aber vermutlich die wichtigere Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Zukunft der Arbeit wird nicht daran scheitern, dass die Maschinen zu wenig leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern möglicherweise daran, dass wir irgendwann feststellen: Auch das beste Reasoning-Modell der Welt kann keine 73 offenen Browser-Tabs im Kopf schließen. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn euch solche Analysen zu KI, Arbeit und digitalem Alltag interessieren: Es lohnt sich, nicht nur auf die Fähigkeiten der Modelle zu schauen – sondern auch auf die Menschen, die sie benutzen. Denn dort entscheidet sich am Ende, ob KI ein Verstärker für Produktivität wird. Oder für Kopfschmerzen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Studie: <a href="https://replyfabric.ai/documents/Harvard-Business-Review-When-Using-AI-Leads-to-Brain-Fry.pdf ">https://replyfabric.ai/documents/Harvard-Business-Review-When-Using-AI-Leads-to-Brain-Fry.pdf </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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